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Das optimale Gefälle bei Reitplätzen

Der entscheidende Faktor bei der oberflächlichen Entwässerung

Beim Reitplatzbau gibt es verschiedene Entwässerungsvarianten. Wenn man sich gegen einen Drainageunterbau oder ein Ebbe-Flut-System entscheidet, bleibt meist nur noch die Oberflächenentwässerung als Lösung. Neben dem tragfesten Unterbau ist bei der Oberflächenentwässerung das Gefälle der entscheidende Faktor. Detaillierte Informationen zum Gefälle und worauf man besonders achten sollte, haben wir in diesem Blogbeitrag zusammengefasst.

Wie stark ist das optimale Gefälle?

Wir empfehlen das Gefälle mit mindestens 1- 2 % einzubauen. Diese Neigung ist nötigt, damit das Wasser optimal über die Oberfläche abgeführt werden kann. Wenn die Tretschicht oberflächlich entwässern kann – wie z.B. unser stresan® A -, das Gefälle mit 1- 2 % richtig eingebaut ist, der Unterbau und die Pflege stimmt, kann das Wasser sehr gut abfließen und es kommt nicht zur unbeliebten Pfützenbildung.

optimales gefaelle fuer reitboeden
Das optimale Gefälle liegt bei 1-2%. Für eine genaue Angabe müssen noch weitere Faktoren mit beachtet werden.

Welches Gefälle sollte eingebaut werden?

Entscheidend für das Gefälle ist, in welcher Region sich der Reitplatz befindet. Das Gefälle sollte je nach Niederschlagsmenge und örtlichen Gegebenheiten individuell angepasst werden. Liegt der Reitplatz in einer Region mit hohen Niederschlagsmengen und ist auch der Untergrund eher feucht, so sollte das Gefälle eher höher sein, also mit ca. 2 % angelegt werden. In einer niederschlagarmen Region kann das Gefälle mit 1 % ausreichen. Durch den langsameren Abfluss kann das Wasser auch besser in die Tretschicht eindringen und gespeichert werden, was den Bewässerungsaufwand reduziert.

Auch bei Reitplätzen mit einem wasserdurchlässigen Aufbau (Drainage) empfiehlt es sich ein kleines Gefälle einzubauen, damit das Wasser bei Starkregen noch schneller abgeleitet wird. Bei einem wasserdurchlässigen Unterbau reicht nach den Richtlinien der FLL ein Gefälle von 0,5 % aus. Soll der Platz aber auch bei schlechten Wetterverhältnissen bereitbar sein, empfehlen wir hier ein Gefälle von 1% einzubauen, damit keine Pfützen entstehen.

Was passiert bei zu viel oder zu wenig Gefälle?

Bei einem Gefälle von mehr als 2,5 – 3% besteht die Gefahr, dass bei hohen Niederschlagsmengen die Fließgeschwindigkeit des Wassers zu stark wird und der Reitsand mit dem Wasser weggespült wird. Für das Pferd und die Arbeit auf dem Reitplatz eignet sich ein zu starkes Gefälle ebenfalls nicht, da die Neigung für Pferd und Reiter deutlich spürbar ist und es zu ungleichen Belastungen des Bewegungsapparates beim Pferd führen kann. Es ist daher nicht zu empfehlen ein stärkeres Gefälle einzubauen.

Wird ein Reitplatz mit horizontaler Entwässerung mit weniger als 1 % Gefälle angelegt, kann das überschüssige Wasser nicht richtig abfließen und bleibt auf dem Platz stehen – das Wasser dringt in den Sand ein, der es aber ab einer gewissen Menge nicht mehr aufnehmen kann . So kommt es zur Pfützenbildung und matschigen Bereichen. Bei hohen Niederschlagsmengen kann es passieren, dass der Reitplatz dann über mehrere Tage nicht bereitbar ist.

Wo genau wird das Gefälle im Reitplatz eingebaut?

Das Gefälle sollte schon im Planum vom Erdreich (Baugrund unter der Tragschicht) eingebaut werden und in jeder folgenden Schicht, also der Trag- und/oder Trennschicht (je nach Gegebenheiten) [siehe Blog April 2016 Aufbau Reitboden] und Tretschicht erhalten bleiben. Dadurch, dass das Gefälle bereits im Erdplanum richtig eingebaut ist, ist es einfacher das Gefälle zu erhalten und es kann durch die Pflege mit dem Bahnplaner weniger schnell „verschleppt“ werden. Sollte das Gefälle nicht mehr korrekt sein, lässt es sich dann deutlich einfacher wieder korrigieren. Besteht nicht die Möglichkeit das Gefälle bereits im Unterbau einzubauen, kann man auch nur mit der Tretschicht ein Gefälle erstellen. Diese Methode benötigt dann jedoch meist mehr Material und das Gefälle verschiebt sich deutlich schneller.

Wie kann das Gefälle prozentgenau in den Reitplatz eingebaut werden?

Um ein exaktes und gleichmäßiges Gefälle zu gewährleisten, sollte man sicher gehen, dass die Maschinen geeignet sind und auch das beauftragte Bauunternehmen mit der Erstellung eines Gefälles für einen Reitplatz wirklich vertraut ist.

Eine gängige Variante um einen Reitplatz mit Gefälle anzulegen oder die Tretschicht einer Reithalle wieder gerade auszurichten, ist die Lasertechnik. Wenn der Reitplatz oder die Reithalle in Eigenregie aufbereitet werden soll, werden dafür ein Rotationslaser und ein entsprechendes Empfangsgerät benötigt. Wichtig ist dabei, dass die Wellenlängen zusammenpassen, falls man die beiden Artikel einzeln kauft. Bei Außenplätzen sollte außerdem darauf geachtet werden, dass der Rotationslaser über mindestens eine – besser aber zwei – einstellbare Neigungen verfügt, um gleichmäßig geneigte Flächen erstellen zu können. Weiterhin ist darauf zu achten, dass der Rotationslaser selbst nivellierend ist, das heißt, dass er sich selbstständig auf eine horizontale Linie einstellt. So kann ein falsches Einstellen der Linie vermieden werden und der Reitboden wird passend für die Oberflächenentwässerung ausgerichtet. Reitbodenbaufirmen oder GaLa Bauer haben technisch ausgereiftere Geräte, sodass die Arbeit deutlich schneller und automatisiert vorrangeht.

Darf ein Reitplatz mit Gefälle eingefasst werden?

Wichtig bei der Einfassung des Reitplatzes ist, dass an der tieferen Seite, zu welcher das Gefälle führt, keine Eingrenzung vorgenommen bzw. der Platz nur bis zu Oberkante des Reitsandes eingefasst wird. Wenn an der tiefsten Stelle des Reitplatzes eine höhere Einfassung als die Tretschichtkante vorhanden ist, entstehen an den Stellen, an denen das Gefälle endet, Wasseranstauungen, sprich Pfützen. Bei viel Regen staut sich das Wasser immer weiter zurück, was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass der gesamte Reitplatz durch die Staunässe nicht bereitbar ist. In regenarmen Regionen ist es in manchen Fällen möglich den Reitplatz komplett einzufassen, aber dabei ist sehr wichtig, dass entsprechend große Lücken in der Einfassung gelassen werden (mindestens alle 50 cm), sodass das Wasser auch dort abfließen kann.

Für weitergehende Fragen zum Thema Reitplatzbau und Gefälle stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

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