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7 Tipps zum stressfreien Verladen

Für viele Pferdehalter ist das Verladen des Pferdes eine Tortur. Doch spätestens, wenn das Pferd einmal schwerer verletzt oder krank ist, muss es zur weiteren Behandlung in eine Tierklinik gebracht werden. In solchen Fällen muss das Verladen schnell gehen, um keine kostbaren Minuten zu verlieren.

Doch nicht nur für solche Notsituationen ist es wichtig, dass das Pferd sich stressfrei und vor allem ohne Angst in den Hänger oder Transporter führen lässt. Um für Pferd und Halter den Verladevorgang entspannt zu gestalten, haben wir hier ein paar Tipps zum stressfreien Verladen zusammengestellt.

Nur mit einem stressfreien Verladetraining ist es möglich, dass das Pferd ohne Angst in den Hänger geht und dort auch ruhig stehen bleibt.

Verladetraining mit dem Pferd

  • Die passende Ausrüstung
    Zum Verladen ist eine Trense oder Führkette ungeeignet und zudem auch gefährlich für die das Pferd führende Person. Deshalb sollte immer ein Führstrick, der einen Panikhaken besitzt, und ein gut passendes und gepolstertes Halfter verwendet werden.
    Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, sollte das Verladen nur mit Beinschutz für die Pferde (Transportgamaschen oder Bandagen mit dicken Bandagierunterlagen sowie Hufglocken) und mit festem Schuhwerk sowie Handschuhen bei den Menschen trainiert werden.

Bevor mit dem Verladetraining begonnen werden kann, sollte die Ausrüstung vollständig sein, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.

  • Im Team arbeiten
    Idealerweise sollten beim Verladen immer zwei Personen und ein Pferd zusammenarbeiten. Eine Person führt das Pferd und die andere Person sorgt für den hinteren Rahmen des Pferdes, um die ruhige Vorwärtstendenz zu fördern und das Pferd zu begrenzen. Ist das Pferd verladen übernimmt die zweite, nicht führende, Person das „Stange zu machen“ am Pferdehänger. Mehr als zwei Personen die Kommandos geben, könnten das Pferd verwirren und panisch werden lassen.
  • Durch Übung Routine schaffen
    Das Verladen des Pferdes sollte immer in ruhigen Situationen ohne Zeitdruck trainiert werden, damit es für das Pferd selbstverständlich wird, verladen zu werden. Durch Wiederholungen des ruhigen Trainings sollte das Verladen für Pferd und Halter Routine werden.
  • Starke Signale setzen
    Die Körpersprache der führenden Person ist ein ausschlaggebender Punkt. Denn die führende Person sollte die Richtung vorgeben und schafft durch das eigene ruhige aber bestimmte Verhalten Vertrauen für das Pferd. Das Pferd sollte am Strick entschlossen und ohne zögern auf die Rampe des Hängers und in den Hänger geführt werden, ohne dass der Blick dabei zurück oder auf das Pferd geht, sondern nur auf das Hängerinnere fokussiert ist.
  • Keine Gewalt anwenden!
    Das Pferd sollte niemals in den Hänger gezogen oder mit irgendwelchen Mitteln aktiv getrieben werden. Dabei kommt es zu Stress- und Angstsituationen, die in Panik umschlagen können, bei denen Pferd und Menschen verletzt werden können.
  • Locken durch Futter
    Um aus dem Hänger einen Ort zu machen, an dem sich die Pferde wohl fühlen bzw. keine Angst entwickeln, kann können ein bevorzugtes Müsli oder ein Eimer Möhren ein guter Helfer sein. Durch das Futter, das der Vierbeiner im Hänger (und evtl. schon auf dem Weg in den Hänger) bekommt, kommt es zu einer positiven Erlebnis-Verknüpfung mit dem Transport.
  • Die richtige Reihenfolge
    Ist das Pferd verladen muss zuerst die Heckstange sicher geschlossen und die Anhängerklappe geschlossen werden. Erst danach sollte das Pferd mit dem Führstrick im Hänger locker (damit es sich während der Fahrt ausbalancieren kann) festgebunden werden. Beim Entladen ist es genau andersherum: Erst den Führstrick des Pferdes vom Anbindehaken lösen und erst dann die Hängerklappe und Heckstange öffnen. Ansonsten besteht eine hohe Verletzungsgefahr des Pferdes!

Es ist wichtig, dass das Pferd erst im Pferdeanhänger angebunden wird, wenn hinten die Heckstange und die Klappe sicher verschlossen sind.

Weitere Tipps sind zum Beispiel noch das Verladen üben mit einem Führpferd oder die Anwendung von Präparaten mit beruhigender Wirkung. Ob dies empfehlenswert ist, ist fraglich.

Im ersten Fall lernt das Pferd nicht, auch alleine in den Pferdehänger zu gehen und auch dort zu bleiben. Wenn mit einem Führpferd trainiert wird und das Pferd dann alleine transportiert werden soll, kann es zu großen Problemen kommen aufgrund evtl. entstehender Panik des Pferdes. Dies kann man durch das einzelne Verladetraining umgehen.

Entsprechende Beruhigungspräparate führen zwar zu Entspannung, aber müssen genau dosiert werden, könnten Nebenwirkungen auslösen und sich dadurch negativ auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirken. Zudem könnten diese Medikamente auch auf der Doping-Liste für Reitturniere stehen oder die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen, die das Pferd zu dem Zeitpunkt bekommt – und sind keine Dauerlösung sondern unserer Meinung nach nur für absolute Notfälle.

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