Der richtige Weidezaun

Die Weidezeit steht vor der Tür. In dieser Zeit liest man immer wieder Nachrichten darüber, dass Pferde von Weiden ausgebrochen sind. Daran sind nicht selten falsche Zäune schuld. Die Investition in einen sicheren und festen Weidezaun lohnt sich demnach immer. Worauf es dabei ankommt und was man beachten sollte, haben wir im Folgenden zusammengefasst.

 

Eigenschaften von Weidezäunen

Bei Weidezäunen gibt es (mindestens) zwei unterschiedliche Varianten. Entweder verwendet man einen Festzaun oder einen reinen Stromzaun.

Grundsätzlich sollte ein Weidezaun optisch gut erkennbar und standfest sein. Nur so kann eine gute Hütesicherheit mit geringem Verletzungsrisiko erreicht werden. Die Zaunhöhe sollte der Widerristhöhe der jeweiligen Pferde abzüglich zehn Prozent entsprechen. Entscheidend ist zudem der Reihenabstand zwischen den einzelnen Latten oder Litzen. Optimalerweise besteht der Zaun aus drei parallel verlaufenden Latten- oder Litzenreihen. Je nach Zaunhöhe und Pferdegröße sollte der Abstand zwischen den Reihen bei ca. 50 Zentimetern liegen. Der Abstand sollte so gewählt werden, dass die Pferde und Ponys beim Fressen mit dem Kopf und dem Hals nicht zwischen oder unter die Latten kommen.

Bei reinen Stromzäunen sollte eine vier bis sechs Zentimeter dicke Breitbandlitze verwendet werden. Diese ist gut sichtbar und verringert das Verletzungsrisiko. Auch Festzäune aus Holz oder Kunststoff sollten zur Abschreckung mit Breitbandlitzen versehen werden, da Festzäune sonst oftmals nicht die gewünschte abschreckende Wirkung mit sich bringen. Der Einsatz von Stromlitzen verhindert zudem den Verbiss von Festzäunen. Bei der Verwendung von Stromzäunen als Weidezaun sollte die Zaunspannung 2000 bis 8000 Volt betragen. Entscheidend ist zudem die optimale Leitfähigkeit des Stromzaunes und die Erdung des Stromgerätes. Um eine gute Leitfähigkeit zu gewährleisten, müssen die Litzen lückenlos verbaut werden. Die Litzen müssen zudem regelmäßig freigeschnitten werden, da durch anliegende Gräser oder Sträucher die Stromleistung verringert wird. Die Erdung des Stromgerätes sollte nach Herstellerangaben angebracht und regelmäßig kontrolliert werden.

 

Das passende Weidetor

Das Weidetor ist das i-Tüpfelchen der Einzäunung. Es sollte so gebaut sein, dass die Pferde nicht mit den Hufen in dem Tor hängen bleiben können und die Aufhängung des Tores muss gegen Hochheben gesichert sein. Nach Möglichkeit sollte das Tor so angebracht werden, dass es nach innen zu öffnen ist und der Schließmechanismus muss ausbruchsicher sein. Gleichzeitig muss jedes Weidetor jedoch schnell und einfach von Hand zu öffnen sein, um auch im Notfall schnell reagieren zu können. Um weitere Gefahrenquellen zu vermeiden sollte das Tor breit genug und idealerweise mit selbsteinrasternden Verschlüssen versehen sein. Weidetore könne aus unterschiedlichen Materialien, wie zum Beispiel Holz oder Edelstahl, bestehen.

Weidetor
Bei der Wahl des richtigen Weidetores gibt es einiges zu beachten.

 

Häufige Fehler

Die Leitlinien zur Pferdehaltung, herausgegeben vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) besagen: Stacheldraht als alleinige Einzäunung ist tierschutzrelevant. Bestätigt wurde dies auch von Gerichten, wie dem Oberverwaltungsgericht Thüringen, mit der Begründung, dass Pferde diese Art von Einzäunung nicht rechtzeitig wahrnehmen und ohne Schaden vor ihnen stoppen können. Ausdrücklich verboten ist Stacheldraht als Umzäunung bereits in der Schweiz und in Österreich. Gerät ein Pferd in den Stacheldraht, kann es zu schwersten Verletzungen kommen. Stacheldraht sollte demnach nicht für die Einzäunung verwendet werden. Ebenso gefährlich sind dünne Drahtlitzen oder Maschendrahtzäune. In diesen könne Pferde sich verfangen oder hängen bleiben.

Ein weiterer wichtiger Punkt liegt bei der Wahl des Materials. Das verwendete Material bei einem Weidezaun sollte frei von giftigen Stoffen sein, damit es beim möglichen Anknabbern der Zäune nicht zu Vergiftungen der Pferde kommt. Beispielsweise sollte man bei Holzzäunen auf die Verwendung einer giftfreien Imprägnierung oder Farbe achten. Zudem können Kunststoffzäune durch unzureichende UV-Beständigkeit mit der Zeit brechen. Grundsätzlich sollte man demnach jeden Weidezaun regelmäßig auf Funktion und Sicherheit prüfen.

Stacheldraht
Stacheldraht als alleinige Eingrenzung von Weiden ist nicht erlaubt.

 

Alles auf einen Blick

 

  • Pfosten (bspw. Holz): Durchmesser mindestens 10 bis 15 Zentimeter, Länge 1,70 bis 2,20 Meter, wovon 1/3 der Länge eingegraben wird, Abstand zwischen den Pfosten 2,50 bis 3 Meter.
  • Zaunhöhe: 1,30 bis 1,50 Meter.
  • Oberste Querverbindung: Widerristhöhe minus 10 Prozent.
  • Mittlere Querverbindung: Auf Brusthöhe des Pferdes anbringen.
  • Unterste Querverbindung: Mindestens 60 Zentimeter über dem Boden.
  • Generell gilt: Zaunhöhe an Pferdetyp anpassen (Springpferd, Dressur,…).
  • Spannung: Elektrozaun 2000 bis 8000 Volt. Wichtig: Pflanzen, die an das Elektroband wachsen, und ein trockener Untergrund am Erdungsstab verringern die Stromstärke.
  • Hecken als Abgrenzung: Mindestens 1,50 Meter hoch und 60 Zentimeter breit.

 

Wie die optimale Begrenzung für einen Reitplatz aussehen sollte, haben wir in unserem Blogbeitrag Reitplatzbegrenzung zusammengefasst!

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