Folgen von falschem Reitboden

Der richtige Boden bildet das Fundament für die tägliche Arbeit mit Pferden. Doch wie genau kann sich der Reitboden auf die Gesundheit des Pferdes auswirken?

Genau mit dieser Frage hat sich die FEI vor einiger Zeit eingehend beschäftigt und eine aufwändige Studie über die Auswirkungen von Trainings- und Turnier-Böden auf die orthopädische Gesundheit von Sportpferden in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen: Die Qualität des Reitbodens kann sich entscheidend auf die Gesundheit des Pferdes auswirken.

 

Eigenschaften von Reitböden

Die Qualität eines Reitbodens wird durch unterschiedliche Eigenschaften bestimmt. Dazu gehören neben der Festigkeit, Dämpfung, Elastizität auch die Griffigkeit, Regelmäßigkeit, Ebenheit und Stabilität des Reitbodens. Jede Tretschicht bringt eine differenzierte Zusammensetzung dieser einzelnen Eigenschaften mit sich. Diese wirken sich wiederum unterschiedlich auf das Pferd aus. Somit sind es vielmehr die Eigenschaften des Reitbodens, welche sich auf die Gesundheit des Pferdes auswirken können, als das Material, aus dem der Reitboden besteht.

Ist der Boden zu fest, kann es zum Beispiel zu Reizungen und Überlastungen der Sehnen und Bänder im Bewegungsapparat des Pferdes kommen. Ein harter Boden kann außerdem zu unterschiedlichen Traumata führen. Denn dann kann die Tretschicht den Stoß, der beim Landen des Hufes auf dem Boden entsteht, nicht ausreichend absorbieren. Dies kann zum Beispiel auch zu einer Überbelastung und Schädigung der Gelenke führen.

Ist der Boden zu tief, kann dies ebenfalls Folgen für die Gesundheit des Pferdes haben. Durch fehlende Stabilität und Griffigkeit, kann es zur Überdehnung der Sehnen und Bänder kommen. Eine häufige Folge: Sehnenschaden. Je tiefer das Pferd mit dem Huf einsinkt, desto anstrengender wird auch die Bewegung für das Pferd. Eine weitere Folge von zu wenig Griffigkeit und Festigkeit des Reitbodens kann sein, dass die Pferde auf dem Boden rutschen. Dadurch kann es zum Beispiel zu Stürzen von Pferd und Reiter oder zu Zerrungen im Bewegungsapparat des Pferdes kommen.

 

Die Art der Nutzung als ausschlaggebender Faktor

Die Studie der FEI hat zudem ergeben, dass die Verletzungsgefahr auf einer bestimmten Oberfläche hauptsächlich durch die Art und Weise der Benutzung bestimmt wird. Die Reitintensität, Geschwindigkeit, Dauer, Häufigkeit und Art der Arbeit auf einem bestimmten Boden sind ausschlaggebend für die Wahl des richtigen Reitbodens.

Ein weiterer wichtiger Faktor liegt in der Variation der Oberfläche, also in seiner Zusammensetzung und Beschaffenheit. Diese sollte an die Disziplin und Nutzungsbedürfnisse individuell angepasst werden. Das Heranführen des Pferdes an unterschiedliche Bodenbeläge sollte, ein Faktor im Trainingsplan sein. So kann das Pferd sich langsam an die neue Tretschicht gewöhnen und der Bewegungsapparat des Pferdes wird behutsam auf den neuen Boden und dessen Eigenschaften eingestellt.

 

Das richtige Wartungsprogramm ist entscheidend

Zudem muss berücksichtigt werden, dass sich die Eigenschaften des Reitbodens im Laufe der Zeit verändern, natürlich abhängig von Verschleiß – also der Häufigkeit der Nutzung-, der Wartung und den vorliegenden Umweltfaktoren. Eine regelmäßige Kontrolle und Überarbeitung des Reitbodens ist also dringend zu empfehlen. Denn: Ein Reitboden ist nur so gut wie man ihn pflegt!

Wasser – also die Feuchtigkeit der Tretschicht – ist einer der wichtigsten Faktoren, um die Eigenschaften eines Reitbodens zu beeinflussen. Ist der Boden zu trocken, wird er tief und teilweise staubig. Ist der Boden zu nass, kann er rutschig und ebenfalls tief werden. Auf einem unregelmäßigen und unebenen Boden können die Pferde stolpern und sich vertreten. Wichtig ist also, dass Steine und ähnliches aus dem Boden entfernt werden, die Tretschicht regelmäßig mit einem Reitbahnplaner abgezogen wird und ausreichend bewässert wird.  Zudem kann schon eine geringe Menge an organischem Material (Pferdekot, Blätter von Bäumen usw.), das nicht entfernt wird, die Eigenschaften des Bodens negativ beeinflussen.

Oftmals ist es sehr schwierig den passenden Reitboden für seine Ansprüche zu finden. Zu empfehlen ist deswegen, sich professionelle Hilfe und Beratung einzuholen. Reitplatzbauer und Reitsandexperten können wichtige Tipps geben und die Eigenschaften des Reitbodens exakt an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen.

Die Zusammenfassung der gesamten Studie der FEI finden Sie unter www.fei.org/fei/about-fei/publications/fei-books unter dem Namen „The Equestrian Surfaces White Paper“.

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