Schlafstörungen beim Pferd

Schlaflos durch die Nacht – nicht nur bei Menschen sondern auch bei Pferden kann dies dauerhaft zu einem Problem werden. Ein gesundes Pferd schläft in der Nacht ca. drei bis fünf Stunden, von denen es ungefähr ein bis drei Stunden liegt. Unkonzentriertheit, Gereiztheit, Apathie und Hysterie sind verschiedene Symptome, die Pferde mit Schlafmangel aufweisen können. Jedes Pferd reagiert etwas anders, weshalb man es genauer beobachten sollte.

Narkolepsie

Narkolepsie ist eine unheilbare Krankheit. Bei dieser Krankheit ist der normale Schlaf-Wach-Rhythmus gestört, weil im Gehirn der Pferde der Botenstoff Hypocretin fehlt.
Der Krankheitsverlauf zeigt sich individuell unterschiedlich. Teilweise ist er schon ein paar Stunden nach der Geburt erkennbar. Betroffene Pferde verlieren plötzlich die Muskelspannung, nehmen ihren Kopf immer weiter herunter und brechen schließlich zusammen. Außerdem ist oft ein schwanken, taumeln, stolpern und eine andauernde Schläfrigkeit zu erkennen.

Als Therapieansatz wird das Antidepressivum Imipramin verabreicht. Es soll den Verlust der Muskelgrundspannung im Falle eines narkoleptischen Anfalls kontrollieren. Ebenso kann es zu einer Verbesserung der exzessiven Tagschläfrigkeit kommen. Jedoch besteht die Gefahr schwerwiegender Nebenwirkungen bei einer bestimmten Dosierung.

REM Schlafmangel

Unter einem REM Schlaf versteht man den Traumschlaf. Die Abkürzung steht für Rapid Eye Movement, also der schnellen Augenbewegungen. Dies ist vergleichbar mit uns Menschen, denn wir bewegen unsere Augen ebenfalls im Traum schnell hin und her.

Im REM Schlaf ist die Muskelspannung sehr niedrig und somit ist er nur im Liegen möglich. Damit unterscheidet er sich vom Tief- und Leichtschlaf, den die Pferde auch im Stehen ausführen können. Zwischen 4 Uhr und 4:30 Uhr sind die meisten Pferde im REM Schlaf.
Fehlt den Pferden dieser Traumschlaf, kann es gefährliche Verletzungen nach sich ziehen, denn wenn Pferde so übermüdet sind, dass sie im Stehen in den REM Schlaf fallen kann es passieren, dass die Muskelspannung nachlässt und die Pferde zusammenbrechen.

Einer der Hauptgründe für den Schlafmangel ist Stress, beispielsweise wenn vor kurzem der Stall gewechselt wurde. Ebenso kann es dazu kommen, wenn die Liegefläche zu klein ist oder Rangordnungsprobleme in einer Offenstallhaltung existieren, sodass das Pferd sich nicht hinlegen kann. Auch eine unruhige Umgebung kann das Schlafverhalten der Pferde stören.

Wenn Pferde länger an Schlafstörungen leiden und diese nicht erkannt werden, kann es sein, dass das Pferd sich an diesen Zustand gewöhnt und er sich nicht mehr ändern lässt. Selbst wenn die Ursachen des Schlafmangels behoben wurden, ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass sich das Pferd zum Schlafen wieder hinlegt. Auch Pferde, die unter Schmerzen leiden, wenn sie sich hinlegen und wieder aufstehen, neigen zu einem REM Schlafmangel.

Fazit – wie gut schläft mein Pferd?

Um herauszufinden wie gut Ihr Pferd schläft, gibt es neben der Videoüberwachung und einem Besuch des Tierarztes auch die Möglichkeit der Selbstbefragung, wie beispielsweise die Rangordnung des Pferdes, die Atmosphäre im Stall und die Beschaffenheit des Schlafplatzes.

Wenn Sie Ihr Pferd jedoch regelmäßig im Stall liegen sehen oder sich regelmäßig Mistflecken und Einstreu am Körper befinden, können Sie davon ausgehen, dass Ihr Pferd gut schläft. Finden Sie jedoch immer wieder offene Stellen an den Vorderbeinen oder an der Lippe, ebenso wie am Sprunggelenk oder generell an den Hinterbeinen könnte es sein, dass ihr Pferd sich nicht genügend ausruhen kann und somit hin und wieder stürzt. Hier sollten Sie Ihr Pferd weiter beobachten.
Wenn Sie bei Ihrem Pferd eine der oben genannten Symptome erkennen, sollten Sie über den Beginn und mögliche Auslöser nachdenken, wie beispielsweise einen Stallwechsel, eine Krankheit oder eine Trächtigkeit.

Es ist ratsam bei Symptomen einen Tierarzt zu konsultieren und das Pferd durchchecken zu lassen, um größere Schäden bzw. Verletzungen zu vermeiden.

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