Training nach der Winterpause

Sobald die kalten und ungemütlichen Tage weniger werden, schwingt man sich wieder häufiger in den Sattel. Doch nicht nur wir müssen unsere Kondition und Koordination dann wieder aufbauen– auch unsere Vierbeiner geraten in der Winterpause oftmals etwas aus der Form. Häufig neigen wir dazu, die Ansprüche an uns und unsere Pferde beim Wiedereinstieg zu hoch zu setzen und die tatsächliche Konstitution zu unterschätzen – nach einer mehrmonatigen Pause aufzusatteln und die letzte L-Lektion reiten zu wollen, ist aber definitiv nicht empfehlenswert.

In der Regel übersteht ein gut trainiertes Warmblut einen Monat „Pause“ ohne größeren Fitnessverlust. Alles was darüber hinausgeht, erfordert erneuten Aufbau von Muskulatur und Kondition – pro pausierten Zeitraum sollte ebenso lange ein förderndes Training zum Wiederaufbau eingeplant werden. Geben Sie Ihrem Pferd genügend Zeit – denn auch wir wollen (und können) nicht nach monatelangem „Couch-Potato-Leben“ direkt einen Marathon laufen.

Bei jedem Pferd ist natürlich der individuelle Fitnesszustand zu berücksichtigen; so kann es sein, dass zum Einstieg erst an jedem zweiten Tag ein wenig trainiert werden kann. Muskelkater, Verspannungen -und daraus resultierende schlechte Laune- verderben nicht nur das Training, sondern ziehen die Aufbauphase unnötig in die Länge. In den folgenden Wochen kann die Trainingszeit stetig gesteigert werden. Pausen sind dabei immer ein wichtiger Faktor: sie sorgen nicht nur für Entspannung und lassen Pferd & Reiter durchatmen, sondern belohnen die bisherige Anstrengung und sind für den Muskelaufbau nicht zu vernachlässigen.

Um Muskeln aufzubauen, müssen neue Reize gesetzt werden. Hier gilt es besonders aufmerksam zu sein, damit man sein Pferd  nicht überfordert. Wenn man merkt, dass es zu viel wird, sollte eine Pause eingelegt oder das Training beendet werden. Stangenarbeit, Longieren, Führanlage oder auch Spazieren gehen sind tolle Möglichkeiten, um eine Grundmuskulatur und -kondition zu schaffen. Denn ganz wichtig bei jedem Training: Abwechslung!

Eine Runde durch den Wald oder eine Strecke zu Fuß lockern nicht nur die Muskulatur, sondern machen auch den Kopf frei und bieten wunderbare Möglichkeiten, den Bewegungsapparat des Pferdes zu stärken.

Nicht nur das Wetter kann für eine längere Trainingspause verantwortlich sein: Besonders bei Sehnenschäden oder Muskelrissen, aber auch bei vielen anderen abgeklungenen Erkrankungen ist es ratsam einen schonenden Aufbau-Trainingsplan zu entwickeln und gegebenenfalls mit dem Tierarzt abzustimmen. Klein anfangen und immer weiter steigern lautet die Devise. Ausreichendes Warmreiten und entspanntes Laufen bringen beide Parteien wieder auf den Geschmack. Beginnt mit lockeren Dressurübungen, Trabstangen und steigert nur allmählich die Trainingszeiten, denn: Überstürztes Handeln und knallhartes Powertraining sind eine häufige Ursache für Verletzungen.

Nach der Winterpause ist vor der Turniersaison. Damit ein gelassener Start in die Turniersaison gelingt, haben wir hier für Sie in paar Tipps zusammengestellt.

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